Girokonto nach der Kündigung — was ändert sich?
Nach einer Kündigung fällt das regelmäßige Gehalt weg. Stattdessen fließen Arbeitslosengeld, eventuell eine Abfindung und ggf. Ersparnisse. Das hat Auswirkungen auf Ihr Girokonto:
- Kontoführungsgebühren fallen stärker ins Gewicht, wenn das Einkommen sinkt
- Dispo-Zinsen können zur Falle werden (oft 10–14% p.a.)
- Kreditkarten-Limits werden von manchen Banken reduziert
Worauf Arbeitslose beim Girokonto achten sollten
Keine oder niedrige Kontoführungsgebühren
Viele Banken verlangen einen monatlichen Gehaltseingang für kostenlose Kontoführung. Arbeitslosengeld zählt bei den meisten Banken als Gehaltseingang — prüfen Sie das bei Ihrer Bank.
Dispo-Kredit vermeiden
In einer Phase ohne festes Einkommen sollten Sie den Dispo möglichst nicht nutzen. Die Zinsen fressen Ihre Reserven auf. Wenn Sie einen Dispo haben, reduzieren Sie das Limit freiwillig — das schützt vor Versuchung.
Basiskonto als Recht
Seit 2016 hat jeder Verbraucher in Deutschland das Recht auf ein Basiskonto (§31 ZKG). Das bedeutet: Keine Bank darf Sie ablehnen. Ein Basiskonto bietet Überweisungen, Lastschriften und eine Debitkarte — darf aber maximal einen angemessenen Betrag kosten.
Kontowechsel — wann lohnt er sich?
Ein Kontowechsel lohnt sich wenn:
- Ihre aktuelle Bank mehr als 5 Euro/Monat Kontoführungsgebühren verlangt
- Sie den Dispo regelmäßig nutzen und der Zinssatz über 10% liegt
- Sie von Filialbank auf eine günstigere Direktbank wechseln wollen
Seit 2016 sind Banken verpflichtet, Ihnen beim Kontowechsel zu helfen (§21 ZKG). Die alte Bank muss Daueraufträge und Lastschriften an die neue Bank übermitteln.
Abfindung auf dem Girokonto?
Nein. Eine Abfindung sollte nicht auf dem Girokonto liegen. Girokonten bieten keine Zinsen, und die Versuchung zum Ausgeben ist hoch. Parken Sie die Abfindung auf einem separaten Tagesgeldkonto — dort ist sie sicher und bringt Zinsen.
Weitere Schritte nach der Kündigung
- Abfindung berechnen: Unser Abfindungsrechner zeigt drei Szenarien mit Netto-Schätzung
- Steuern optimieren: Die Fünftelregelung spart mehrere tausend Euro
- Fristen beachten: Die Kündigungsfrist bestimmt Ihren letzten Arbeitstag
- Rechtsschutz prüfen: Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt die Anwaltskosten
Stand: April 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Finanzberatung.