Abfindung erhalten — und jetzt?
Sie haben gerade eine Abfindung von 20.000, 40.000 oder sogar 60.000 Euro erhalten. Die Versuchung ist groß, das Geld sofort auszugeben oder überhastet zu investieren. Der klügste erste Schritt: Parken Sie die Abfindung auf einem Tagesgeldkonto.
Warum? Weil Sie in den Wochen nach einer Kündigung keine weitreichenden Finanzentscheidungen treffen sollten. Die emotionale Belastung ist hoch, und Fehlentscheidungen können teuer werden.
Warum Tagesgeld als Zwischenlösung?
Ein Tagesgeldkonto bietet drei entscheidende Vorteile:
1. Sofortige Verfügbarkeit
Anders als bei Festgeld oder Investmentfonds kommen Sie jederzeit an Ihr Geld. Das ist wichtig, falls unerwartete Kosten anfallen — zum Beispiel Anwaltskosten für eine Kündigungsschutzklage.
2. Einlagensicherung
Tagesgeldkonten bei deutschen Banken sind durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro pro Person und Bank geschützt. Ihre Abfindung ist also zu 100% sicher.
3. Zinsen statt Inflation
Auf dem Girokonto gibt es 0% Zinsen. Auf einem Tagesgeldkonto erhalten Sie aktuell (Stand 2026) zwischen 2,5% und 3,5% p.a. — bei einer Abfindung von 40.000 Euro sind das rund 1.000–1.400 Euro pro Jahr, ohne Risiko.
Worauf Sie bei der Wahl achten sollten
- Keine Lockangebote: Manche Banken bieten hohe Zinsen nur für die ersten 3 Monate. Achten Sie auf den dauerhaften Zinssatz.
- Deutsche Einlagensicherung: Wählen Sie eine Bank mit Sitz in Deutschland oder im EU-Raum.
- Keine Gebühren: Ein Tagesgeldkonto sollte kostenlos sein — Kontoführungsgebühren sind nicht akzeptabel.
- Flexibilität: Tägliche Verfügbarkeit, keine Mindestlaufzeit.
Wie viel sollten Sie auf dem Tagesgeld parken?
Als Faustregel: Halten Sie mindestens 6 Monatsgehälter als Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto, bevor Sie den Rest investieren. Bei einer Kündigung ist diese Reserve besonders wichtig, da die Jobsuche mehrere Monate dauern kann.
Wenn Ihre Abfindung 40.000 Euro beträgt und Ihr monatlicher Bedarf bei 3.000 Euro liegt:
- Notgroschen: 18.000 Euro (6 × 3.000) → Tagesgeld
- Restbetrag: 22.000 Euro → Kann investiert werden (nach gründlicher Überlegung)
Nächste Schritte nach dem Tagesgeld
- Abfindung versteuern: Nutzen Sie die Fünftelregelung, um Steuern zu sparen
- Rechtsschutz prüfen: Falls Sie noch in Verhandlung sind, sichern Sie sich ab
- Berufsunfähigkeit: Prüfen Sie Ihre BU-Versicherung — nach der Kündigung fällt der Arbeitgeber-Zuschuss weg
- Langfristige Anlage: Erst wenn die berufliche Situation geklärt ist, in ETFs oder andere Anlageformen investieren
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Stand: April 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlageberatung.